Der drohende massive Lehrkräftemangel, Kürzungen in der Lehrer:innenbildung an der Universität Hamburg, marode Gebäude, fehlende Räume und prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind keine Zufälle, sondern Folgen einer Politik, die mit der Militarisierung falsche, destruktive Prioritäten setzt und Bildung als Kostenfaktor statt als produktive Investition behandelt. Mit Verzicht auf Bildung ist niemandem geholfen: Zur Verwirklichung demokratischer, sozial und ökologisch nachhaltiger Entwicklung kommt es auf die großzügige Finanzierung aller kulturellen und sozialen Einrichtungen an.
Die Universität ist ein Forum gesellschaftlicher Selbstverständigung: Wo liegen die Quellen des Nahostkonflikts? (Wie) können Lehrer:innen dafür ausgebildet werden, zum Frieden zu erziehen?Muss die Auseinandersetzung mit sozialen Fragen auch in naturwissenschaftlichen Studiengängen eine Rolle spielen, um den Klimawandel zu bekämpfen?
Wir sind gefragt, Bedingungen zu schafen, unter denen Lernen, Lehren und For-schen erfreulich sind – ohne permanenten Konkurrenz- und Verwertungsdruck. Eine ausreichende öffentliche Finanzierung, der demokratisch-offene Hochschulzugang und die Durchsetzung der Wissenschaftsfreiheit gegenüber Kapitalinteressen (wie z.B. in von VW gesponserten Professuren) sind dafür zentrale Voraussetzungen.
Wenn Geld fehlt, schürt das Konkurrenz: zwischen Studierenden, zwischen Fachbereichen, zwischen wissenschaftlichen Inhalten. Was dabei verloren geht, ist der Anspruch auf Bildung als Grundrecht und als Voraussetzung für die freie Entfaltung des Menschen. Die Frage der Hochschulfinanzierung ist damit immer auch eine Frage danach, was wir als Universität für wertvoll halten: Anpassung oder Kritik, Konkurrenz oder Solida-rität, Funktionieren oder Verstehen.
Wir laden euch herzlich zum Interessiertentreffen ein, um darüber zu sprechen, was die Unterfinanzierung konkret für uns bedeutet, welche hochschulpolitischen Kämpfe in Hamburg bereits geführt werden und wie wir uns die Uni als Ort der Emanzipation, des Widerstands und der gesellschaftlichen Verantwortung aneignen.
Alle sind willkommen, die mit uns für eine ausfinanzierte Universität kämpfen wollen!
Montag, 12. Januar, 18 Uhr ct
Raum 08, Von-Melle-Park 8


